Stellungnahme zu Prozess - KO_SLPVE1 (00.01) neues Synthetisches Lastprofil E1

Von XX DI Wolfgang Berger 
Datum12.04.2019 
Text
Stellungnahme der Wiener Netze zum neuen synthetischen Lastprofil E1:
Wir begrüßen grundsätzlich die Anwendung eines den natürlichen Gegebenheiten viel besser entsprechenden Profilverlaufes. Die ermittelten und veröffentlichen Profilzeitreihen genügen diesem Ziel hervorragend.
Zum Zweck der möglichst einfachen und wirtschaftlichen Umsetzung der Umstellung schlagen wir folgende vereinfachende Vorgangsweise vor:
1. Vergabe nur EINES österreichweit EINHEITLICHEN Lastprofiles (dabei sollte das errechnete Profil "Mitte" universell Verwendung finden. Damit müssen ALLE Marktteilnehmer keine zusätzlichen Profile oder umbenannten Profile anlegen.

2. Beibehaltung der einheitlichen Profilbezeichnung E1 (statt E1O, E1M, E1W). Damit sind keinerlei Änderungen an Zählpunktszuweisungen durch die Netzbetreiber bzw. keine Datenpflege ihrer Zählpunkte bei den Lieferanten notwendig. Es entfällt daher auch jeglicher Kommunikationsaufwand im Zuge der Umstellung.
3. Umstellung möglichst zu JAHRESANFANG, also am 01.01.2020. Die Profildaten aller synthetischen Profile werden standardmäßig gegen Jahresende für das komplette Folgejahr von allen Marktteilnehmern importiert, somit entfällt eine unterjährige Änderung bereits (etwa für Prognosen) verwendeter Zeitreihen, auch ist die Beibehaltung des notwendigen Datenintegrals von 1000 kWh/Jahr gewährleistet. Ein Umstellungstermin 01.07.2019 scheint organisatorisch extrem knapp, und andere Alternativen (z.B. 01.10.2019) viel aufwändiger, ohne einen großen Nutzen zu erbringen.

Allfällige Nachteile durch die regionale Zeitverschiebung des Sonnenstandes können unseres Erachtens vernachlässigt werden, denn bei allen größeren PV-Anlagen kommt ohnehin die Lastprofilmessung bzw. die erweiterte Konfiguration von Smart Metern auf Basis gemessener 15-Minuten-Werte zur Anwendung.Die Datenqualität wird sich auch durch Ausrollung der Smart Meter in der Standardkonfiguration mit Anwendung der gemessenen Tagesenergiemengen mit sLP sukzessive deutlich verbessern.
Die Umstellung sollte unter diesen Bedingungen bundesweit völlig problemlos ablaufen.Ein höherer Aufwand würde sich erst nach weitgehender Ausrollung der Tageswert-SM und Anwendung der Tageswerte im Clearing nur dann lohnen, wenn dann die Datenqualität noch weiter verbesserungswürdig sein sollte. Dazu sollten in etwa 2-3 Jahren geeignete Untersuchungen eingeplant werden.
Wiener Netze GmbH
DI Wolfgang BergerErdbergstraße 2361110 Wien